Steinmarder
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)
Familie: Marder (Mustelidae)
Unterfamilie: Martinae
Gattung: Echte Marder (Martes)
Baummarder
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)
Familie: Marder (Mustelidae)
Unterfamilie: Martinae
Gattung: Echte Marder (Martes)

Vorkommen:

Stein- und Baummarder sind nahezu in ganz Europa sowie in West- bis Zentralasien beheimatet. Auch in
Deutschland gibt es also beide Marderarten.

Der Steinmarder (auch Hausmarder genannt) lebt nahe menschlicher Siedlungen. Er wohnt in Mauern,
Scheunen, Steinhaufen, Felshöhlen oder auch auf Dachböden.

Der Baummarder ist allerdings wesentlich seltener, da er früher wegen seines wertvollen Pelzes stark
gejagt wurde. Auch sein Lebensraum, ausgedehnte Laub- und Mischwälder mit ausreichend
Rückzugsmöglichkeiten (Baumhöhlen, Todholzbestände, alte Nester) verschwindet immer mehr. Im
Gegensatz zum Steinmarder meidet der Baummarder menschliche Siedlungen.

Entwicklung:

Die Trächtigkeitsdauer bei den Mardern beträgt in der Regel 30 bis 60 Tage, bei vielen Arten kommt es jedoch
zu einer verzögerten Einnistung der befruchteten Eizelle in den Uterus, sodass zwischen Begattung und
Geburt etliche Monate liegen können. In der Regel trägt das Weibchen nur einmal im Jahr einen Wurf aus.
Neugeborene Marder sind Nesthocker, sie kommen blind und hilflos zur Welt, wachsen aber schnell. Bei den
meisten Arten sind die Jungtiere nach zwei Monaten selbständig, die Geschlechtsreife tritt meist zwischen
einem halben und zwei Jahren ein. Die Lebenserwartung in freier Natur beträgt üblicherweise fünf bis 20 Jahre.

Schadwirkung:

Den meisten Menschen ist der Hausmarder vor allem als Automarder bekannt. Hausmarder können aber auch
Krankheitserreger und Parasiten auf den Menschen oder aber auf Haustiere wie Hunde und Katzen übertragen.
Oft sind Marder von Bandwürmern (Cestoda) oder Saugwürmern (Trematoda) befallen. Darüber hinaus
gelten Steinmarder als Vektoren für Infektionskrankheiten wie Tollwut oder Hirnhautentzündung. Hausmarder
haben allerdings nicht nur eine Bedeutung als Gesundheitsschädlinge, sondern sind darüber hinaus auch
typische Materialschädlinge (Automarder). An geparkten PKW richten die Marder durch das Zerbeißen von
Kabeln, Gummi- oder Kunststoffteilen mitunter erhebliche Schäden an. Durch ihre nächtliche Lebensweise
können Steinmarder, die sich ihr Versteck auf einem Dachboden gesucht haben sehr lästig werden und die
menschlichen Hausbewohner um den Schlaf bringen.

Vorbeugung:

Ein wirksames Mittel, das Eindringen in den Motorraum zu verhindern, ist nach den bisherigen Erkenntnissen
ein Maschendraht-Gitter unter dem Auto. So etwas mögen die sensiblen Pfoten des Marders nicht besonders
und der meidet die Fläche deshalb. Das Geflecht verwirrt ihn für ein paar Monate. Dann ist die Brunftzeit
vorbei und man sollte das Gitter nicht mehr dauerhaft einsetzen. Sonst gewöhnen sich die recht intelligenten
Tiere daran. Eine Art niedriger Weidezaun um den Carport ist dagegen eine dauerhaft probate Lösung und
eine Garage sowieso. Insgesamt hat sich laut TÜV SÜD die Lage etwas entspannt, seitdem Autohersteller
Motorräume kapseln und Kabelbäume verkleiden.

Bekämpfung:

Im Handel sind verschiedene Repellentien erhältlich, mit denen Steinmarder aus Dachböden vertrieben, bzw.
von parkenden Autos ferngehalten werden können. Etliche Vergrämungsmittel enthalten den Wirkstoff
Aluminium-Ammoniumsulfat. Diese Substanz ist als künstliches Festigungsmittel und Backtriebmittel auch
in vielen Lebensmitteln enthalten. Durch seinen unangenehm bitteren Geschmack wirkt Aluminium-
Ammoniumsulfat repellierend (vergrämend) auf den Hausmarder. Sobald die ungebetenen Gäste durch den
Einsatz von Vergrämungsmitteln aus Dachböden vertrieben werden konnten, sollten mögliche Zugänge
verschlossen werden, um Martes foina dauerhaft auszusperren. Das Wegfangen einzelner Hausmarder
stellt dagegen keine dauerhafte Lösung des Problems dar, da frei werdende Reviere in der Regel
umgehend wieder besetzt werden.

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