Mehlmilbe
Unterklasse: Milben (Acari)
Überordnung: Acariformes
Ordnung: Sarcoptiformes
Unterordnung: Oribatida
Familie: Pyroglyphidae

Vorkommen:

Die Mehlmilbe ist weltweit verbreitet und tritt vor allem in gemäßigten Breiten als Vorratsschädling auf.
Insbesondere an Mehl und Getreide wird diese Lebensmittelmilbe regelmäßig gefunden.

Entwicklung:

Die Entwicklung von Acarus siro ist innerhalb eines Temperaturbereichs von 10 bis 35°C möglich. Bei 10
bis 15°C ist die Entwicklung nach 28 Tagen abgeschlossen, bei 20 bis 22°C bereits nach 14 bis 20 Tagen.
Unter optimalen Bedingungen, das heißt 25 bis 27°C und 75 bis 85 % relative Luftfeuchtigkeit kann sich
die Population innerhalb einer Woche um den Faktor 7 vergrößern. Aufgrund ihrer dünnen Körperoberfläche
benötigt die Mehlmilbe eine Luftfeuchtigkeit von mehr als 60 %. Noch wichtiger für die Entwicklung scheint
aber eine ausreichend hohe Substratfeuchte zu sein, die bei mehr als 14 % liegen muss. Ungünstige
Lebensbedingungen wie Trockenheit oder Nahrungsmangel führen zum Auftreten von sog. Dauernymphen,
die stark vom Habitus der übrigen Nymphenstadien der Mehlmilbe abweichen.

Schadwirkung:

Die Mehlmilbe tritt vor allem an Mehl und Getreide auf. Am häufigsten kommt die Mehlmilbe in
Getreidelagern, Silos, Mühlen und Bäckereien vor. Von hier aus gelangt Acarus siro aber mit
Nahrungsmitteln auch regelmäßig in Privathaushalte. Beim Getreide verursacht der Milbenbefall eine
Verminderung der Keimfähigkeit. In Futtermitteln kommt es unter anderem zu einer Veränderung des
pH-Wertes und beim Mehl zu einer Veränderung der Backfähigkeit. Stark befallene Ware verströmt einen
beißenden und süßlichen Geruch und ist weder für den menschlichen Verzehr noch als Tierfutter geeignet.
Beim Menschen führt der Verzehr von Nahrung, die von Mehlmilben befallen ist, zu Darmerkrankungen,
Hautausschlag oder Asthma. Wie andere Lebensmittelmilben auch, kann die Mehlmilbe beim Menschen
Allergien hervorrufen.

Vorbeugung:

Ein Befall von Nahrungsmitteln und Lagergut kann verhindert werden, wenn die Ware trocken gelagert wird,
da Mehlmilben trockene Bedingungen nicht tolerieren können.

Bekämpfung:

Tritt Acarus siro in Silos oder Nahrungsmittel-Lagern auf, so können zur direkten Bekämpfung verschiedene
gasförmige Akarizide wie zum Beispiel Stickstoff, Kohlendioxid und Phosphorwasserstoff (Phosphin)
eingesetzt werden. Um auch die besonders unempfindlichen Dauernymphen der Mehlmilbe erfolgreich
bekämpfen zu können, muss die Behandlung im Abstand von zwei Wochen wiederholt werden. Für eine
biologische Bekämpfung der Mehlmilbe kann die Getreideraubmilbe (Cheyletus eruditus) eingesetzt werden.
Untersuchungen von Norris (1958) zeigen, dass es unter Bedingungen, die für die Entwicklung der
Getreideraubmilbe optimal sind gelingen kann, einen Befall mit der Mehlmilbe innerhalb von zwei
Monaten vollständig auszulöschen.

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