Wanderratte
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Überfamilie: Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Langschwanzmäuse (Muridae)
Unterfamilie: Altweltmäuse (Murinae)
Gattung: Ratten (Rattus)
Art: Wanderratte (Rattus rattus)
Hausratte
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Überfamilie: Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Langschwanzmäuse (Muridae)
Unterfamilie: Altweltmäuse (Murinae)
Gattung: Ratten (Rattus)
Art: Hausratte (Rattus norvegicus)





Vergleich zwischen Wanderratte und Hausratte



Vorkommen:

Ratten leben zum überwiegenden Teil in Wäldern. Ihre Lebensräume können von tief gelegenen
Regenwäldern bis Gebirgswäldern variieren, die meisten Arten meiden die Nähe des Menschen.
Einige Arten haben sich als Kulturfolger hingegen an die Nähe des Menschen angepasst und finden
sich sowohl in Häusern als auch in Reisfeldern und anderen landwirtschaftlich genutzten Flächen.

Entwicklung:

Unter günstigen klimatischen Voraussetzungen kann die Fortpflanzung das ganze Jahr über erfolgen,
vielfach gibt es jedoch feste Paarungszeiten. So tragen die neuguineanischen Ratten in der Trockenzeit
von Juni bis Oktober kaum oder keine Würfe aus, auch die australischen Rattenarten pflanzen sich saisonal
fort: bei den Tieren im Süden des Kontinents liegt der Höhepunkt der Geburten im Frühling und Frühsommer.

Die Anzahl der Würfe pro Jahr hängt daher auch vom Klima ab. Bei sich ganzjährig reproduzierenden Arten
können es bis zu zwölf Würfe im Jahr sein, bei anderen hingegen nur einer bis drei. Die Tragzeit ist
variabel, bei der Hausratte rund 21 bis 22 Tage, bei der Wanderratte geringfügig länger- Bei anderen
Arten kann sie von 19 bis 30 Tage variieren.

Wanderratten können bis zu 22 Neugeborene zur Welt bringen, der Durchschnitt liegt bei acht bis neun.
Bei den meisten Arten sind es jedoch deutlich weniger, so ergaben Untersuchungen von Arten auf der
Malaiischen Halbinsel drei bis sechs Neugeborene und auf Neuguinea nur ein bis drei Neugeborene.
Neugeborene Wanderratten wiegen bei der Geburt rund fünf bis sieben Gramm und sind nackt und blind,
mit fünfzehn Tagen öffnen sich ihre Augen und ihr Fell ist vorhanden. Junge Wanderratten sind mit
rund 22 Tagen entwöhnt und verlassen ihr Nest.

Wanderratten können mit zwei bis drei Monaten und Hausratten mit drei bis fünf Monaten geschlechtsreif
sein. Bei anderen Arten dauert es länger, so pflanzen sich Pazifische Ratten manchmal erst nach dem
ersten Winter fort.

Schadwirkung:

Die wenig spezialisierten und somit sehr anpassungsfähigen freilebenden Tiere gelten gemeinhin als
Nahrungsmittelschädlinge. Der in der Landwirtschaft durch sie verursachte Schaden ist enorm, so dass
gegen sie Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt werden. Zudem treten sie in Gartenanlagen auf, wo
besonders Wurzeln und Knollen angenagt werden. Sie nutzen dabei auch gern Gänge, welche durch
Maulwürfe gegraben wurden. Auch Gebäude werden in Mitleidenschaft gezogen, weil diese Nager Wasser-
und Abwasserleitungen beschädigen können. Zudem ist die Verbreitung von Krankheitserregern durch
die Ratten ein Problem.

Freilebende Ratten können, ebenso wie nahezu alle anderen Tiere, als Vektoren direkt oder indirekt
diverse Krankheitserreger mit den von ihnen ausgelösten Krankheiten übertragen. Zu den über 70 auf
den Menschen übertragbaren Krankheiten (sog. Zoonosen) zählen Salmonellen, Leptospiren, das
Streptobacillus moniliformis und Hantaviren. Über den Rattenfloh (Xenopsylla cheopis), der
durch seinen Biss auch Menschen mit dem Bakterium Yersinia pestis infizieren kann, können
freilebende Ratten indirekt Überträger der Pest sein. Ob die Epidemien in der Antike und vor
allem im Mittelalter in Europa (Schwarzer Tod) jedoch wirklich auf Ratten allein zurückzuführen
sind, wird heute angezweifelt. Daneben sind Ratten neben anderen kleinen Nagern Reservoirwirte
für diverse Borrelienarten (Bakterien), die dann von Vektoren wie beispielsweise Zecken auf Tier
und Mensch übertragen werden können.

Betreiber von abwassertechnischen Anlagen sind nach den deutschen Unfallverhütungsvorschriften
zur Rattenbekämpfung verpflichtet. Dies betrifft vor allem die Kommunen und Abwasserzweckverbände.
Grund dieser Vorschrift ist die Bekämpfung der Weil-Krankheit.

Vorbeugung:

• Hunde, Katzen und andere Haustiere sollten im Haus gefüttert werden. Draußen herumstehende
    Tiernahrung zieht auch Ratten an. Die Hausstiere sollten auch kein Futter mit nach draußen
    nehmen – Knochen, die der Hund im Garten vergräbt, sind für die Schädlinge ebenfalls attraktiv.

• Ein Großteil des Futters, das man Tauben, Enten oder Fischen in der Natur zukommen lässt, holen
    sich Ratten. Möchten Sie Vögeln im Garten Futter bereitstellen, sind dafür vom Boden aus schwer
    erreichbare Futterstationen und Vogelhäuser der richtige Ort.

• Essensreste dürfen nicht in der Toilette oder über das Spülbecken entsorgt werden. Der Grund:
    Dadurch erhöht sich das Nahrungsangebot in der Kanalisation, und Ratten werden von den Lebensmitteln
    angelockt. Etwa 80 Prozent der Ratten leben in der Kanalisation oder kommen von dort. Wittern
    sie lohnende Beute, dann können sie über die Abflussrohre von Toiletten ins Haus eindringen.

• Mülltonnen-Standplätze oder Sammelorte für Abfall sollten sauber sein und in Ordnung gehalten
    werden. Die Behälter müssen geschlossen bleiben.

• Küchenabfälle kann man kompostieren, auf einen offenen Kompost gehören jedoch keine Fisch- oder
    Fleischabfälle. Das wäre ein regelrechtes Rattenbüffet. Geben Sie solche Abfälle lieber in
    die städtische Biotonne.

• Falls Sie auf Spielplätzen, in Parks oder auf anderen öffentlichen Flächen Ratten entdecken,
    dann melden Sie es der zuständigen Gemeinde- oder Stadtverwaltung. Dort müssen ausreichend
    viele Abfallbehälter aufgestellt und regelmäßig geleert werden.

• Ratten versperrt man am besten den Weg ins Haus, wenn Fenster, Türen und andere Öffnungen
    fest verschließbar sind und keine Spalten oder Löcher aufweisen. Schon durch wenige Zentimeter
    große Öffnungen können Ratten eindringen. Deshalb sollten auch Lüftungsschlitze mit feinmaschigem
    Draht blockiert und Fundamentrisse instandgesetzt werden.

• Abwasserleitungen, die nicht in Gebrauch sind, sollten Sie mit Schutzgittern verschließen.
    In benutzten Abflüssen kann man Wasserfallen installieren.

• Ratten können auch an Bäumen, Sträuchern oder Rankpflanzen auf Balkone klettern und von
    dort ins Haus gelangen. Dicht am Haus stehende Pflanzen sind also ungünstig.

• Je glatter der Putz, die Farbe oder die Verkleidung an Hausfassaden, desto schwieriger
    wird es für Ratten, daran hinaufzuklettern.

Bekämpfung:

Vergiftung
Die Tötung von Ratten mithilfe von ausgelegten Giftködern ist in Industrieländern die bei weitem
verbreitetste Methode der Rattenbekämpfung. Mit ihrer Hilfe ließ sich in Städten und Siedlungen der
Bestand an Ratten soweit verringern, dass von ihnen kein großer Schaden angerichtet wird. Die in den
Ködern verwendeten Rattengifte sind auch für Menschen meist gesundheitsschädlich, seltener giftig
Daher ist bei ihrer Anwendung und dem Umgang besondere Vorsicht nötig.
Chemische Mittel zur Bekämpfung von Nagetieren werden auch Rodentizide genannt

Lebendfalle
Ratten lassen sich aufgrund ihrer Vorsicht und Lernfähigkeit sehr viel schwerer fangen als Mäuse.
Sie kommen in Familienverbänden vor und lernen durch Beobachtung anderer Ratten. Lebendfallen, die
einfach nur eine größere Version von Mausefallen sind, fangen deshalb einen geringeren Prozentsatz
aller anwesenden Ratten als Totfallen.

Hier geht es zum AntiBios Shop


   Hier finden Sie weitere Informationen über Schädlinge